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AlNiCo-Magnete

Magnetismus-Lexikon

AlNiCo-Magnete – hitzebeständige Dauermagnete für Sensorik, Audio und Technik

AlNiCo-Magnete bestehen aus Aluminium, Nickel und Kobalt (mit Eisen und Kupfer) und sind gegossen oder gesintert. Sie liefern ein sehr temperaturstabiles Magnetfeld bis in den Bereich mehrerer hundert Grad Celsius und behalten ihre Leistung über lange Zeit. Ihre Koerzitivfeldstärke ist jedoch niedrig – sie lassen sich leichter entmagnetisieren und gehören daher in einen geschlossenen Magnetkreis. Ideal für Messtechnik, Sensoren, Mikrofone, Lautsprecher und Gitarren-Tonabnehmer.

Sammlung von AlNiCo-Magneten in verschiedenen Formen - Hufeisen, Staebe und Quader - auf gebuersteter Stahlflaeche
AlNiCo-Magnete in klassischer Hufeisen-, Stab- und Quaderform.
Hersteller-direktHohe Temperaturbeständigkeit Gegossen & gesintertVersand in 24–48 h Beratung DE/EN Hersteller-direktHohe Temperaturbeständigkeit Gegossen & gesintertVersand in 24–48 h Beratung DE/EN

Was sind AlNiCo-Magnete?

AlNiCo-Magnete sind metallische Dauermagnete aus einer Legierung von Aluminium, Nickel und Cobalt, ergänzt durch Eisen und Kupfer, teils Titan. Sie werden entweder gegossen (komplexe Formen, höchste Leistung) oder gesintert (enge Toleranzen, kleine Teile) gefertigt. Charakteristisch ist die klassische Hufeisenform.

Ihre Stärke ist die thermische Stabilität: Das Feld bleibt über einen weiten Temperaturbereich nahezu konstant, und der reversible Temperaturkoeffizient ist sehr niedrig. Ihre Schwäche ist die geringe Koerzitivfeldstärke – ein äußeres Gegenfeld oder ein offener Magnetkreis kann sie teilweise entmagnetisieren. Alle Werte hier sind Richtwerte und im Einzelfall gegen das Datenblatt zu prüfen.

AlNiCo-Hufeisenmagnet auf weissem Papier mit Eisenfeilspaenen, die die Feldlinien zwischen den Polen sichtbar machen
Die Hufeisenform hält den magnetischen Kreis kurz und schützt vor Entmagnetisierung.

Zusammensetzung und Eigenschaften

Was AlNiCo ausmacht – und worauf du bei der Auslegung achten solltest:

Legierung Al–Ni–Co

Aluminium, Nickel und Kobalt mit Eisen und Kupfer. Diese Kombination erzeugt die typische thermische Stabilität und die hohe Curie-Temperatur.

Temperaturbeständig

Sehr niedriger Temperaturkoeffizient. Der Einsatz reicht (werkstoffabhängig) bis mehrere hundert Grad Celsius – weit über Neodym oder Ferrit.

Geringe Koerzitivfeldstärke

Der empfindliche Punkt: AlNiCo lässt sich durch Gegenfelder oder einen offenen Kreis teilweise entmagnetisieren. Deshalb Magnetkreis nutzen.

Hart & spröde

Mechanisch empfindlich und nicht spanend bearbeitbar. Formgebung erfolgt beim Gießen/Sintern, Nachbearbeitung nur durch Schleifen.

Kurz gesagt: AlNiCo tauscht rohe Haftkraft gegen Stabilität bei Hitze. Wer maximale Kraft bei Raumtemperatur braucht, ist mit Neodym-Magneten besser bedient; wer Temperaturstabilität bei etwas mehr Kraft als AlNiCo sucht, schaut auf SmCo-Magnete.

Typische Anwendungen von AlNiCo-Magneten

Stabil, hitzefest und langzeitkonstant – das macht AlNiCo in präzisen Anwendungen wertvoll:

Praeziser Sensor und Messinstrument mit kleinem AlNiCo-Magnet als Bauteil

Mess- und Sensortechnik

Einsatz in präzisen Messgeräten und Sensoren, in denen ein konstantes Referenzfeld auch bei Temperaturschwankungen gefragt ist.

AlNiCo ansehen
Mikrofon und kleiner Lautsprecher mit AlNiCo-Magnet im Inneren

Elektronik & Audio

Verwendung in Mikrofonen, Lautsprechern und Instrumenten. AlNiCo prägt bis heute den warmen, klassischen Klangcharakter vieler Geräte.

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Automobil-Sensor- und Zuendkomponenten mit kleinem zylindrischem AlNiCo-Magnet

Automobilindustrie

Einsatz in Sensoren und Zündsystemen, wo hohe Betriebstemperaturen und dauerhafte Zuverlässigkeit gefordert sind.

Technische Infos (B2B)
Nahaufnahme eines E-Gitarren-Tonabnehmers mit AlNiCo-Polstiften unter den Saiten

Musikinstrumente

Gitarren-Tonabnehmer (Pickups): AlNiCo-Polstifte sind ein Klassiker im E-Gitarrenbau und stehen für einen warmen, ausgewogenen Ton.

AlNiCo ansehen
AlNiCo-Stabmagnet in heisser Hochtemperatur-Industrieumgebung, bleibt stabil

Industrie & Hochtemperatur

Anwendungen in Hochtemperaturumgebungen, in denen andere Magnettypen längst an Leistung verlieren würden.

Sonderanfertigung (B2B)
Laborbank mit stabilem Magnetfeldaufbau aus AlNiCo-Magneten in sauberer Laborumgebung

Labor- & Forschungstechnik

Stabile Magnetfelder für präzise, reproduzierbare Anwendungen – dort, wo Konstanz wichtiger ist als maximale Feldstärke.

AlNiCo ansehen

Nicht sicher, welcher Magnettyp passt? Grundlagen und Begriffe erklärt das Magnetismus-Lexikon.

Technische Daten – AlNiCo-Magnete (Richtwerte)

Typische Kennwerte gegossener und gesinterter AlNiCo-Legierungen. Die Werte streuen je nach Sorte (z. B. AlNiCo 5 vs. AlNiCo 8/9) deutlich. Alle Angaben sind Richtwerte und im Einzelfall gegen das Datenblatt zu prüfen.

Kennwert Richtwert / Hinweis
Werkstoff Legierung aus Al, Ni, Co, Fe, Cu (teils Ti); gegossen oder gesintert
Remanenz Br ca. 0,6–1,35 T (höchste Br bei AlNiCo 5, gegossen)
Koerzitivfeldstärke Hc ca. 40–150 kA/m (niedrig – leicht entmagnetisierbar)
Energieprodukt BHmax ca. 10–75 kJ/m³ (ca. 1,3–9 MGOe)
Curie-Temperatur ca. 800–860 °C
Max. Einsatztemperatur ca. 450–550 °C (werkstoffabhängig)
Temperaturkoeffizient Br ca. −0,02 %/°C (sehr niedrig – hohe Stabilität)
Herstellung Gegossen (komplexe Formen) oder gesintert (kleine Teile, enge Toleranzen)
Korrosion Gut beständig; meist ohne Beschichtung einsetzbar
Mechanik Hart und spröde; nicht spanend bearbeitbar, nur schleifen

Richtwerte, keine Zusicherung. Physikalische Grundlagen: magnetische Kennwerte & Magnetdaten.

AlNiCo, Neodym, Ferrit oder SmCo?

AlNiCo ist der Spezialist für Hitze und Langzeitkonstanz – nicht für maximale Haftkraft. Die Auswahl hängt von Temperatur, geforderter Kraft, Korrosionsumgebung und Budget ab.

Merkmal AlNiCo Neodym (NdFeB) Ferrit SmCo
Energieprodukt mittel sehr hoch gering hoch
Max. Temperatur sehr hoch (~450–550 °C) ~80–200 °C ~250 °C ~250–350 °C
Temperaturstabilität exzellent mäßig mittel sehr gut
Entmagnetisierung leicht (niedrige Hc) schwer mittel schwer
Korrosion gut schlecht (Beschichtung) sehr gut gut
Preis mittel–hoch mittel günstig hoch
Typische Nutzung Sensorik, Audio, Hitze Halten, Greifen, Technik Alltag, Haushalt Hitze + mehr Kraft

Maximale Kraft bei Raumtemperatur? Neodym-Magnete – maximale Kraft auf kleinstem Raum.

Vorteile von AlNiCo-Magneten auf einen Blick

Sehr hitzebeständig

Konstantes Feld bis in den Bereich mehrerer hundert Grad Celsius.

Langzeitstabil

Stabile Magnetleistung über lange Zeit ohne nennenswerten Abfall.

Geringe Hitze-Entmagnetisierung

Niedriger Temperaturkoeffizient – wenig Verlust bei Wärme.

Präzise & konstant

Ideal für reproduzierbare, gleichbleibende Referenzfelder.

Lange Lebensdauer

Robust und korrosionsbeständig, meist ohne Beschichtung.

Wichtiger Hinweis zur Anwendung

AlNiCo-Magnete sind mechanisch empfindlicher als andere Magnettypen und können bei falschem Einsatz leichter entmagnetisiert werden. Die tatsächliche Leistung hängt von Anwendung, Umgebung und richtiger Auslegung ab. Für optimale Ergebnisse gehören sie in einen geschlossenen Magnetkreis mit geeigneten Halterungen oder Weicheisen-Joch.

Ehrlicher Hinweis: Einen AlNiCo-Magneten nie einzeln stark gegen ein Fremdfeld oder mit offenem Kreis lagern – das schwächt ihn dauerhaft. Ein Weicheisen-Anker (Polschuh) über den Polen hält die Leistung. Sicherer Umgang mit Magneten: Sicherheitshinweise.

Häufige Fragen zu AlNiCo-Magneten (FAQ)

Woraus bestehen AlNiCo-Magnete?
Aus einer Legierung von Aluminium, Nickel und Kobalt, ergänzt durch Eisen und Kupfer (teils Titan). Sie werden gegossen oder gesintert. Der Name AlNiCo leitet sich direkt aus den drei Hauptbestandteilen ab.
Wie hitzebeständig sind AlNiCo-Magnete?
Sehr: Die Einsatztemperatur liegt werkstoffabhängig bei etwa 450–550 °C, die Curie-Temperatur bei rund 800–860 °C. Damit sind sie deutlich hitzebeständiger als Neodym oder Ferrit (Richtwerte, gegen Datenblatt prüfen).
Warum lassen sich AlNiCo-Magnete leicht entmagnetisieren?
Weil ihre Koerzitivfeldstärke niedrig ist. Ein starkes Gegenfeld, der Kontakt mit gleichnamigen Polen anderer Magnete oder ein offener Magnetkreis können das Feld dauerhaft schwächen. Ein geschlossener Kreis mit Weicheisen-Anker schützt davor.
Wofür werden AlNiCo-Magnete verwendet?
Vor allem in Mess- und Sensortechnik, Mikrofonen und Lautsprechern, Gitarren-Tonabnehmern, Automobilsensoren und Zündsystemen sowie in Labor- und Hochtemperaturanwendungen, in denen ein konstantes Feld wichtiger ist als maximale Kraft.
AlNiCo oder Neodym – was ist besser?
Das hängt von der Anwendung ab. Neodym liefert bei Raumtemperatur die höchste Haftkraft. AlNiCo punktet bei Hitze und Langzeitkonstanz. Für Temperaturstabilität mit mehr Kraft als AlNiCo sind SmCo-Magnete eine Alternative.
Kann man AlNiCo-Magnete bearbeiten oder bohren?
Nur eingeschränkt. AlNiCo ist hart und spröde und nicht spanend bearbeitbar. Bohren oder Sägen führt zu Ausbrüchen; eine Formkorrektur ist nur durch Schleifen (z. B. mit Diamantwerkzeug) möglich.
Warum haben viele AlNiCo-Magnete eine Hufeisenform?
Die Hufeisenform führt die beiden Pole nah zusammen und hält den magnetischen Kreis kurz. Das reduziert das entmagnetisierende Eigenfeld und stabilisiert die Leistung – besonders wichtig bei Werkstoffen mit niedriger Koerzitivfeldstärke.

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