Wissen · Häufige Fragen
Magnet-Wissen & FAQ – alles über Magnete
Von Neodym-Grundlagen über Sicherheit bis zu Alltagsfragen – geballtes Magnet-Wissen von Strong Magnets.
Neodym-Magnete (NdFeB) aus Neodym, Eisen und Bor zählen zu den stärksten Dauermagneten der Welt – bis zu rund zehnmal stärker als Ferrit. Sie bleiben über viele Jahrzehnte magnetisch, verlieren aber ab ca. 80 °C an Kraft und sind spröde. Hier finden Sie Antworten zu Funktion, Herstellung, Sicherheit, Anwendungen und den häufigsten Alltagsfragen rund um Magnete.

Was sind Neodym-Magnete?
Neodym-Magnete (NdFeB) gehören zur Familie der Seltenen Erden und bestehen aus Neodym, Eisen und Bor. Sie zählen zu den stärksten Dauermagneten der Welt – vom Elektromotor über die Medizin bis zum Haushalt.
- Höchste Haftkraft bei kleinstem Volumen.
- Langlebig und stabil.
- Vielseitig einsetzbar.

Warum sind Neodym-Magnete so stark?
Die magnetische Stärke entsteht aus dem Zusammenspiel von Material und Struktur:
- Kristallstruktur: Nd₂Fe₁₄B ermöglicht eine extreme magnetische Ausrichtung.
- Materialdichte: hoher Anteil magnetisch aktiver Elemente.
- Magnetisierung: optimiert für maximale Remanenz und Koerzitivkraft.
Damit sind sie bis zu rund zehnmal stärker als herkömmliche Ferritmagnete. Mehr dazu in den technischen Eigenschaften von Magneten.

Wie werden Neodym-Magnete hergestellt?
Vom Rohmaterial zum fertigen Magneten in sieben Schritten:
- Mischung von Neodym, Eisen und Bor.
- Vakuumschmelze & Atomisierung zu Pulver.
- Pressen im Magnetfeld.
- Sintern bei ca. 1100 °C.
- Beschichtung (z. B. Nickel).
- Magnetisierung im Impulsmagnetfeld.
- Qualitätskontrolle & Kalibrierung.

Temperaturgrenze: Warum max. 80 °C?
Wärme kostet Magnetkraft – ab einem gewissen Punkt dauerhaft:
- Verlust der Magnetkraft beginnt ab ca. 80 °C.
- Ab 150–200 °C irreversible Schäden (außer Spezialtypen).
- Curie-Temperatur bei ca. 320 °C: völliger Magnetverlust.
Tipp: Für hohe Temperaturen die Güten SH, UH oder EH wählen.

Einsatzgebiete von Neodym-Magneten
Kaum ein Bereich ohne Magnete – vom Hightech-Motor bis zur Kühlschranktür:
- Elektromotoren (E-Bikes, Drohnen, Windkraft).
- Lautsprecher & Kopfhörer.
- Magnetschalter, Sensoren, Sicherheitstechnik.
- Medizin: MRT, Dentaltechnik.
- Haushalt, Büro & DIY: Möbel, Werkstatt, Magnettafeln, Modellbau.

Sind Magnete gefährlich?
Starke Magnete sind Werkzeuge, keine Spielzeuge. Bitte beachten:
- Lebensgefahr beim Verschlucken – unbedingt von Kindern fernhalten.
- Stark genug, um Haut oder Finger schmerzhaft einzuklemmen.
- Vorsicht bei Herzschrittmachern, Kreditkarten und Datenträgern.
Alle Details in unseren Sicherheitshinweisen für Magnete.

Magnet-Typen & Varianten
Für jede Anwendung die passende Form und Befestigung:
- Rund, Quader, Ring, Kugel, Scheibe.
- Mit Innengewinde, Senkung oder Haken (Topfmagnete).
- Ummantelt (Kunststoff, Gummi) für Schutz und Rutschfestigkeit.
- Klebemagnete & Magnetfolie.

Umwelt & Recycling
Seltene Erden sind wertvoll – ein bewusster Umgang lohnt sich:
- Neodym ist selten und aufwendig zu gewinnen.
- Alte Magnete lassen sich recyceln – zur Entsorgung Fachbetriebe kontaktieren.
- In der Forschung: Alternativen mit weniger oder ohne Seltene Erden.
Tipps zur Lagerung & Pflege
- Trocken und vor Korrosion geschützt lagern.
- Nie ungeschützt stapeln – es besteht Bruchgefahr durch das plötzliche Zusammenschnappen.
- Nicht in der Nähe von Speichermedien, Kreditkarten oder Implantaten aufbewahren.
Häufige Fragen & Alltagswissen
Wie funktionieren Magnete?
Durch die Ausrichtung der Elektronenspins entstehen im Material magnetische Domänen. Sind diese Domänen gleich ausgerichtet, erzeugen sie gemeinsam ein nach außen wirkendes Magnetfeld.
Was ziehen Magnete an?
Nur ferromagnetische Metalle wie Eisen, Kobalt und Nickel. Materialien wie Aluminium, Kupfer, Messing oder die meisten Edelstähle sind nicht magnetisch.
Wie lange halten Neodym-Magnete?
Ohne äußere Einflüsse bleiben sie über viele Jahrzehnte – rund 100 Jahre – nahezu unverändert magnetisch. Anders als Batterien „entladen" sie sich nicht. Kraft verlieren sie vor allem durch Hitze, starke Stöße oder Korrosion.
Wie werden Neodym-Magnete magnetisiert?
Nach dem Sintern und Beschichten werden die Rohlinge in einem sehr starken Impuls-Magnetfeld magnetisiert. Erst dieser Schritt macht aus dem magnetisierbaren Werkstoff einen fertigen Dauermagneten.
Kann man Magnete selbst herstellen?
Echte Neodym-Magnete entstehen nur industriell – unter anderem durch Sintern bei rund 1100 °C und Magnetisieren im Impulsfeld. Zu Hause lässt sich ein ferromagnetisches Objekt (z. B. eine Stahlnadel) mit einem vorhandenen Magneten nur vorübergehend und schwach magnetisieren.
Stören Magnete mein Handy?
Moderne Smartphones nehmen durch haushaltsübliche Magnete in der Regel keinen dauerhaften Schaden. Starke Magnete können jedoch den Kompass oder einzelne Sensoren kurzzeitig beeinflussen – etwas Abstand genügt. Kreditkarten mit Magnetstreifen können hingegen gelöscht werden.
Sind Neodym-Magnete gefährlich – auch für Herzschrittmacher?
Ja, bei unsachgemäßem Umgang. Verschluckte Magnete sind besonders für Kinder lebensgefährlich, und starke Magnete können Haut einklemmen. Zu Herzschrittmachern und anderen aktiven Implantaten sollten Sie ausreichend Abstand halten; im Zweifel fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. Details in unseren Sicherheitshinweisen.
Welche Magnete eignen sich für Glasboards?
Am besten extra starke Flachmagnete mit großer Auflagefläche, da Glasboards einen gewissen Abstand zur Metallrückwand haben. Alternativ eignen sich Magnetstreifen oder Magnetfolien.
Was sind Magnete mit Gewinde?
Das sind meist Topfmagnete mit Innen- oder Außengewinde. Sie lassen sich verschrauben und ermöglichen so eine lösbare, hoch belastbare Befestigung – ideal für Montage und Halterungen.
Können Magnete gegen Rückenschmerzen oder andere Beschwerden helfen?
Für eine therapeutische Wirkung von Permanentmagneten (sogenannte Magnetfeldtherapie) gibt es keine belastbaren wissenschaftlichen Belege, die über einen Placeboeffekt hinausgehen. Unsere Magnete sind Industrie- und Alltagsprodukte und ausdrücklich keine Medizinprodukte. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte an eine Ärztin oder einen Arzt.
Helfen Magnete gegen Schnarchen?
Auch hierfür fehlt eine gesicherte wissenschaftliche Evidenz. Magnetische Produkte ersetzen keine medizinische Abklärung – bei anhaltendem Schnarchen oder Schlafproblemen ist ärztlicher Rat der richtige Weg.
Kann man Magnete bedrucken oder personalisieren?
Ja. Für Werbung, Fotos und Gestaltung eignen sich bedruckbare PVC-Magnetfolien und Magnetschilder. Für individuell geformte Neodym-Magnete ist eine Sonderanfertigung möglich.
Wo kann man Neodym-Magnete kaufen?
Direkt in unserem Onlineshop: eine große Auswahl an Formen, Größen und Güten sowie Magnetfolien und Zubehör – auf Wunsch auch als Sonderanfertigung. Zum Magnet-Shop.
Hinweis: Die Informationen auf dieser Seite dienen der allgemeinen Aufklärung und ersetzen keine medizinische, rechtliche oder technische Fachberatung. Angaben zu Werten und Eigenschaften sind Richtwerte; maßgeblich sind die jeweiligen Produktdatenblätter.
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